From South to West

Owie, der alte Herr (er ist zwar erst 5, hat aber schon 180.000 km auf dem Buckel), bringt uns sicher durchs Land.

Manchmal ist er so übermütig und enthusiastisch, dass er richtig Gas gibt… oder liegt das doch am Fahrer??? Ich weiß nicht so recht. Die meisten von euch werden jetzt sofort an Göran denken und an seine Leidenschaft fürs schnelle Fahren, aber in diesem Fall war ich der Übeltäter. Vielleicht hatte ich deshalb schon zwei Polizeikontrollen 😉?

Die erste war reiner Zufall – Alkoholkontrolle mitten am Tag (verlief natürlich ohne Probleme), die zweite war nicht mehr ganz so zufällig. Ähm 😒, da wurde die Verfolgung mit Blaulicht aufgenommen und ein Stopp erzwungen. Na ja, was soll ich sagen, es ging bergab und Owie hat zu schnell beschleunigt… die zwei netten australischen Polizisten haben das Vergehen letztlich nicht geahndet und mich nur verwarnt. Ich gelobe Besserung und muss Owie einfach mehr zügeln.

Vor allem, weil ich ja Verantwortung trage und euch mit an Bord habe!

Wir haben uns in den letzten Tagen entlang der Südküste Richtung Westaustralien bewegt. An den Linksverkehr habe ich mich gewöhnt, aber dass Schlösser nach rechts aufgesperrt und nach links zugesperrt werden, verwirrt mich nach wie vor. Verkehrte Welt!

In Südaustralien waren die Temperaturen sehr herbstlich – tagsüber um die 20°C und windig. Wir haben jetzt in den vergangenen sieben Tagen schon einige Klimazonen durchlebt – tropisches Klima, trockenes Wüstenklima, gemäßigtes Klima. Das ergibt große Temperaturspannen. Die letzten Nächte waren in unserem Penthouse (vulgo Dachzelt) ganz schön erfrischend (Tiefsttemperatur 13°C und Wind), aber noch gut auszuhalten. Und ja, ihr müsst euch keine Sorgen machen, im Penthouse sind wir auch geschützt vor Tieren – angeblich kommen zwar manchmal Bären zu Besuch, die dann komische Schnarchgeräusche von sich geben, aber die sind zum Glück ungefährlich 🤠. Giftige und gefährliche Tiere gibt es zwar genug, das wissen wir, aber wir sind auch vorsichtig, wenn wir uns im Outback bewegen. Bisher hatten wir allerdings noch keine bösen Begegnungen.

Der Verkehr auf den Straßen hat zugenommen, obwohl wir nach wie vor weite Strecken ohne Zivilisation zurücklegen. In Australien gibt es aktuell Herbstferien und da sind viele unterwegs. An der Grenze von Südaustralien nach Westaustralien gab es wieder eine Kontrolle (das ist an allen Bundesstaaten-Grenzen der Fall) , da geht es primär um Biosicherheit. D.h. man darf keine Früchte, Gemüse, Samen, etc. einführen. Das kennen wir schon. Aber nach Westaustralien durften wir auch keinen Honig einführen – das war neu für uns – deshalb mussten wir unseren im Supermarkt gekauften Manuka-Honig abgeben. Begründung: Westaustralien hat eine so geringe Bienenpopulation, deswegen wird alles versucht, um die Population zu schützen (Stichwort: Varroamilbe) und Honig stellt hier scheinbar auch eine Bedrohung dar.

Beim letzten Abschnitt der Etappe wart ihr schon ein wenig quengelig auf der Rückbank, deswegen haben wir beschlossen einen 2-tägigen Stopp in Perth einzulegen und in einem Hotel einzuchecken. Ja, ihr lest richtig – wir sind an der Westküste angelangt und haben unser Etappenziel nach ca. 5000km erreicht!!!!!! Ihr könnt euch jetzt ein wenig erholen – also „hang loose“ – bevor es entlang der Westküste Richtung Norden weiter geht.

Also verschlaft die Weiterreise nicht und bis bald! Kia Orana

8 Gedanken zu “From South to West

  1. Ich muss zugeben, ich konnte mir das Lachen auf der Rückbank nicht verkneifen, verfolgt mit Blaulicht 😂
    Auspannen klingt gut!
    Waren ja ein paar Kilometer um das Ziel Westküste zu erreichen, aber nun ist es geschafft!
    Ich freu mich schon drauf wenn es wieder weiter geht, ins Outback!

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  2. „angeblich kommen zwar manchmal Bären zu Besuch, die dann komische Schnarchgeräusche von sich geben, aber die sind zum Glück ungefährlich 🤠“ 🤣😂
    Ihr seid schon in Perth?! Wie ist die Stadt? Hat der Westaustralier einen ganz anderen Charakter?
    Bleibt gesund bei diesem Wetterchaos💪 🥰

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  3. Hallo meine Lieben! Wie immer sehr unterhaltsam, kurzweilig und aufschlussreich geschrieben…. Freut mich wie toll die Reise klappt….und wenn Du mal eine Flasche Wasser brauchst nur kurz melden… wir halten die auf der Rückbank für Euch bereit… 🤗

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  4. ….danke für die Mitfahrt – war wieder ein schönes Erlebnis 🙂
    Alleine diese schnurgeraden, kilometerlangen Strassen – mag ja auch gerne mit dem RR unterwegs zu sein, aber so ganz ohne Abwechslung mal 100km auf der Geraden treten…mmmhhhh

    Bitte passt auf auf Euch und ich freu mich schon wieder auf ein neues Abenteuer mit Euch 🙂 lg ausn Joglland

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  5. Hallo ihr beiden – tolle Geschichte – besonders beeindruckend finde ich neben euch beiden die Aufnahmen der Nullarbor Plain I. Gute Erholung in Perth, schöne Zeit und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht! Danke für den reservierten Platz auf der Rückbank 😉

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  6. Wow wow wow! Unglaublich, eure Reise. Ich sitze immer mit großen Augen und offenem Mund vor euren Bildern und spannenden Erzählungen, mir fehlen da irgendwie die Worte. Allein die Vorstellung, dass ich über weite Strecken keine Zivilisation sehen würde, macht mir fast ein bisschen Angst … und gleichzeitig muss es auch voll cool sein! Jetzt habt ihr echt schon eine weite Strecke zurückgelegt. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Braver Owie!

    Haha, Verfolgung mit Blaulicht, Ösis von Aussis verfolgt und abgemahnt, und noch dazu Brigitte am Steuer, ich zerkugel mich …

    Hoffe, Perth hat euch auch gut gefallen, ein ordentliches Bett war sicher ein Genuss.

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